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Archive for the ‘provider’ tag

FoeBuD e.V. stellt Zensurfreien DNS-Server zur Verfügung

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Wie dieser Pressemeldung des FoeBuD e.V. zu entnehmen ist, tut der Bielefelder Verein aktiv etwas gegen die seit letzter Woche in Kraft getretenen Internetsperren. Der Verein stellt unter der IP-Adresse 85.214.73.63 einen öffentlich zugänglichen, unzensierten Nameserver zur Verfügung. Dieser ermöglicht es, von der Netzfilterung betroffenen Bürgern, auch weiterhin auf ein unzensiertes Internet zugreifen zu können. Dies wird nach den aktuell, unter dem Vorwand Kinderpornographie, eingeführten Zensurvorbereitungen sicherlich auch nötig werden. Denn schon jetzt, kurz nach der Einführung, hört man erste Stimmen nach der Filterung auch in Fällen von Urheberrechtsverletzungen rufen. Ebenso wird auch eine Filterung kritischer politischer Stimmen sicherlich nicht ewig auf sich warten lassen.

Aber auch im aktuellen Kontext von Kinderpornografie ist Zensur keine befriedigende Lösung. Ganz im Gegenteil: Durch die Internetsperren schaut der Staat von solchen Verbrechen weg und zwingt seinen Bürgern ebenfalls ein Wegschauen auf. Meiner Meinung nach, ist jedoch das Wegschauen das schlimmere Verbrechen. Viel mehr sollten die Behörden strafrechtlich gegen die Anbieter solcher Angebote vorgehen und die entsprechenden Server endgültig vom Netz nehmen anstelle sie einfach “zu verstecken”. Das Argument, dass diese Anbieter im Ausland nicht strafrechtlich zu belangen wären, kann als Ausrede abgetan werden. Wie man auf den mitlerweile im Netz aufgetauchten Sperrlisten, beispielsweise aus Australien, sehen kann, befindet sich ein Großteil der dort zensierten Seiten in westlichen Ländern, in denen Kinderpornografische Inhalte ebenso strafbar sind wie bei uns in Deutschland.

Weiterführendes zum Thema:

netzpolitik.org – Warum es um Zensur geht

Written by rs

April 27th, 2009 at 8:43 am

Aufstehn für ein freies Internet: Zu Besuch bei Zensursula

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Am Freitag Vormittag machen die Internetausdrucker Ernst: Der erste deutsche Zensurvertrag soll unter Dach und Fach gebracht werden. Wir wollen dabei und präsent sein, wenn die größten deutschen Internetprovider händchenhaltend mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen den Vertrag unterzeichnen werden, mit dem sie sich ohne jegliche gesetzliche Grundlage verpflichten, unliebsame Inhalte nach Gutdünken des Bundeskriminalamtes (BKA) zu sperren und zu filtern.

Die Internetanbieter werden dabei knallhart erpresst: Um nicht in einem Atemzug mit Kinderschändern erwähnt zu werden, sollen sie am offenen Verstoß gegen das Grundgesetz mitwirken. Dabei soll es vorerst nur um die Erschwerung des Zugangs zu strafbaren Inhalten gehen. Zur Erweiterung des Systems auf die Zensur beliebiger anderer Webseiten ist lediglich eine Anpassung der Filterliste notwendig.

Jeder weiß, dass Kindesmissbrauch mit den geplanten Geheimlisten nicht bekämpft werden kann. Auch die Verbreitung von Bildern und Filmen missbrauchter Kinder ließe sich einfacher verhindern: Ginge es ihr wirklich darum, könnte Zensursula die Betreiber der Server mit den Mitteln des Rechtsstaats belangen. Die Strafverfolgungsbehörden könnten die Anbieter und Produzenten zwar effektiv verfolgen, tun es aber nicht. Denn eine bessere Ausstattung und mehr Zusammenarbeit der Ermittler sind nicht geplant. Damit entsteht erst der angeblich rechtsfreie Raum, von dem die Internetausdrucker so gern reden. Deswegen:

Wer keine Lust mehr hat auf die dreisten Lügen, wer was dagegen hat, dass Zensursula mit dem BKA geheime Sperrlisten ohne jegliche Gesetzesgrundlage vereinbart, wer offenen Verfassungsbruch nicht toleriert, wer ein unzensiertes Internet genauso wichtig findet wie wir, der nimmt seinen Hund, seine Kinder und alle seine Freunde und Kollegen am Freitag, dem 17. April 2009, mit zum Reichstagsufer am S-Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte.

Wir wissen, dass 9 Uhr eine Herausforderung ist, aber die Devise lautet: Aufstehn für ein freies Internet!

Quelle: ccc.de

Weitere Links zum Thema:
Netzpolitik.org – #Zensursula, oder: Kreativ gegen Internetzensur
Wetterfroschs Einmachglas – Schilder für Zensursula

Written by rs

April 16th, 2009 at 5:13 pm